Die Blaue Mazur

Operette in zwei Akten. Musik von Franz Lehár, Fassung Michael Lakner.

„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, DIE BLAUE MAZUR von Franz Lehár doch noch diesen Sommer zu spielen. Wir feiern doch heuer gleich zwei wichtige Geburtstage: Zum einen den 150. Geburtstag dieses großen Komponisten, der rast- und ruhelos immer wieder neue exotische musikalische Welten entdeckt hat, die er dann in sein Werk einfließen ließ. In unserem Fall holte sich Lehár seine Inspirationen aus dem Sehnsuchtsort Polen und all seinen betörenden polnischen Rhythmen und Tänzen“, erklärt Hausherr und Regisseur Michael Lakner. „Zum anderen feiert DIE BLAUE MAZUR just auch in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen.“

Genug Anlass für Lakner also, als Hommage an Lehár dieses Bijou von seiner Patina zu befreien. Lakner: „Die neue, exklusiv für Baden geschriebene Fassung ist ein spritziges, kammermusikalisches Lustspiel im modernen heutigen Kleid einer „well made comedy“ – also ein lustvolles Tür auf/Tür zu-Verwechslungsspiel mit schwungvoller Musik.“ Gemäß des diesjährigen Spielzeitmottos „Religion und Glaube“ ist diesmal die Handlung im Wiener jüdischen Milieu Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt – und erzählt eine On/Off-Liebesbeziehung zwischen einem polnischen Grafen jüdischer Herkunft (Clemens Kerschbaumer) und einem Wiener Mädel (Sieglinde Feldhofer). Um das richtige Maß an Authentizität für die jüdische Kultur und den berühmten jüdischen Witz zu erlangen, hat sich Lakner Ezzes von der Künstlerin Ruth Brauer-Kvam geholt.

Die humoristische Würze erhält das Stück durch die Doppelrolle des Buffotenors: Der brave, angepasste Studiosus, der in einem bizarren Männerhaushalt lebt, verwandelt sich des Nächstens in einen leidenschaftlichen Draufgänger. „Eine wunderbare Rolle für Ricardo Frenzel Baudisch, um sein komödiantisches Können unter Beweis zu stellen,“ ist sich der Regisseur sicher.

Zusätzliche Komödiantik ergibt sich dadurch, „dass wir in dieser neuen Fassung nicht alle handelnden Personen mit Darstellern besetzen können. Deshalb muss Oliver Baier als Conférencier und Comedian immer wieder in verschiedene Rollen schlüpfen, um auszuhelfen.“ Das, in Verbindung mit den schwungvollen, mitreißenden Lehármelodien, verspricht ein amüsanter Abend zu werden.

Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik; Inszenierung: Michael Lakner; Bühnenbild: Christof Lerchenmüller; Kostüme: Friederike Friedrich; Choreografie: Michael Kropf.

Besetzung: David Graf Szpilmanski – Clemens Kerschbaumer; Blanka von Lossin – Sieglinde Feldhofer; Clemens Freiherr von Reiger – Thomas Zisterer; Baruch / Benjamin von Blumenstiyn, dessen Adoptivsohn – Ricardo Frenzel Baudisch; Gretl Aigner – Martha Hirschmann; Albin Edler von Planting – Philippe Spiegel; Leopold Abwasch – Thomas Weinhappel; Baron Treski – Wolfgang Gerold; von Hanschmann – Thomas Essl; Conférencie – Oliver Baier.

Sommerarena Baden: Premiere 31. Juli 2020, 19.30 Uhr; letzte Vorstellung 5. September 2020. 1 ¾ Stunden ohne Pause

Der Hexer

Septembertheater: nach den Büchern von Edgar Wallace. Worum geht es?

Der Hexer: Jeder kennt ihn – Keiner hat in je gesehen – oder doch?
Für die Einen Verbrecher, für die Anderen ein Held und Rächer wie Robin Hood.
Die knisternde Spannung der berühmten Kriminalromane von Edgar Wallace gepaart mit dem trockenen Humor und der schillernden Komik der blühenden 60er Jahre in den ebenbürtigen Verfilmungen des Stoffes bieten eine hochprozentige Mischung von Sinn und Unsinn, Skrupellosigkeit und Raffinesse, Ganovenehre und Spürnasenromantik. Daraus entsteht auf der Bühne ein alle Nerven und Sinne kitzelndes Kriminalkomödien-Feuerwerk voller Überraschungen, Lachsalven und Leichen, ein Theaterrätsel voller falscher Fährten, Aberwitz und Bühnenzauber.
Besetzung: Wolfgang Fingernagel – Sir John Walford, Chefinspektor; Nicole Gerfertz-Schiefer – Miss Jean Osborne, Sir John’s Sekretärin/Kellnerin/Eine zweite Nachbarin; Stella Gros – Angel, ein Mädchen; Franz Grünwald – Mr. Maurice Messer, Anwalt/Richter; Martina Gutmann – Francis S. Shelby, Ingenieurin/Mylady Curtain; Martin Hauer – Thomas Reddingwood/Lenny, ein Handlanger; Sarah Jahn – Miss Elise Penton, Higgins Verlobte; Georg Kusztrich – Inspektor Warren; Johanna Kusztrich – Miss Edwards, Haushälterin; Gabriele Lesnigg – Cynthia B. Hopkins, Mutter Oberin/Eine Nachbarin/Mrs. Bailey, Anwältin; Sam Madwar – Edgar Brian Higgins, Inspektor; Enisa Meindl – Gwenda Milton/Margie Fielding; Heinz Scharb – Archibald Finch; Franz Schiefer – Edgar Wallace/James W. Wesby; Ingrid Spörker – Miss Cora Ann Milton; Simon Stadler-Lamisch – Zeitungsjunge/Charles, Archie Moore’s Sohn; Josef Trimmel – Lord Horace William Curtain/Philipp Curtain; Walburg Weissenböck – Lady Aston, Mylady Curtain’s Schwester; Klaus Weissenböck – Archie Moore, Mylady Curtain’s Neffe; Yara Winter – Susan, ein Mädchen.
Regie: Anselm Lipgens, Musikalische Leitung: Fritz Rainer, Kostüme: Katharina Kappert, Bühnenbau: Günter Kolbert, Lichtdesign: Bernhard Hitzenhammer.

Kulturszene Kottingbrunn: Premiere Freitag 4. September 2020, 19:30 Uhr; letzte Vorstellung 27. September 2020

Molières Schule der Frauen

„Die Dumme frei’n heißt, nicht der Dumme werden! Frauen mit Geist – das bringt Beschwerden.“

Arnolphe, ein alter, aber reicher Mann, will seine junge, hübsche Pflegetochter Agnès zur Frau nehmen. Er hat sich viele Jahre darauf vorbereitet und eine raffinierte Strategie entwickelt: Aus Angst, eine zu kluge und selbstbewusste Gattin zu ehelichen, erzieht er Agnès zur pflegeleichten Ehefrau. Eingeschlossen wie in einem Kloster soll sie so wenig wie möglich von der Welt und ihren Versuchungen erfahren. Stattdessen unterrichtet er sie in ehepraktischen Fächern wie Handarbeit.

Als der junge Horace auftaucht und Agnès den Hof macht, ist es Liebe auf den ersten Blick, und das wahre Leben wird zur lehrreichsten Schule für alle. Wortreich und mit unterschiedlichsten Winkelzügen versucht der alte Brautwerber den agilen Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen. In der hohen Kunst der Molière’schen Komödie wird die Figur des paranoiden Alten lustvoll demontiert. Temporeiche Dialoge, viel Witz und Ironie stellen männliche Dominanz und allzu enge Geschlechterklischees auf den Kopf.

1662 löste die Uraufführung von „Die Schule der Frauen“ einen handfesten Theaterskandal aus. Kritik am Ehestand und die Emanzipation der Frauen waren damals ein Tabu. Fast 400 Jahre später geht die Schauspielerin und Regisseurin Ruth Brauer-Kvam der „Schule der Frauen“ mit den Mitteln der Commedia dell’arte sowie mit viel Live-Musik und heutigen Erkenntnissen auf den Grund: Ist es ein Frauen- oder doch eher ein Männerstück? Und wer geht hier bei wem in die Schule?

Besetzung: Tobias Artner, Tim Breyvogel, Philip Leonhard Kelz, Laura Laufenberg, Ingrid Oberkanins, Tilman Rose, Emilia Rupperti, Michael Scherff.
Inszenierung: Ruth Brauer-Kvam; Bühne: Monika Rovan; Kostüme: Ursula Gaisböck; Musik: Ingrid Oberkanins.

NÖ Landestheater – Großes Haus: Premiere Fr. 18. September 2020; letzte Vorstellung Sa 30. Jänner 2021.
Zu Gast an der Bühne Baden: Di 17. und Mi 18. November 2020

CATS – eine Legende kehrt zurück

Das erfolgreichste Musical aller Zeiten von Andrew Lloyd Webber im Ronacher

Die Vereinigten Bühnen Wien zeigen das weltberühmte Musical in einer neuen Version der Originalproduktion in deutscher Sprache.

Unmittelbar nach der Uraufführung in London trat CATS einen Siegeszug rund um den gesamten Globus an, der so beispiellos war, dass er die gesamte Musicalwelt revolutionierte. Das legendäre Stück wurde mit allen wichtigen Theaterpreisen, u.a. sieben „Tony® Awards“ – darunter als „Bestes Musical“ - sowie drei „Olivier Awards“, drei „Drama Desk Awards“, einem „Evening Standard Award“ u.v.m. ausgezeichnet.

Über 73 Millionen BesucherInnen – und die Erfolgsgeschichte geht weiter!

Weltweit haben bisher über 73 Millionen Menschen in 30 Ländern und 16 Sprachen dieses außergewöhnlich faszinierende Musical gesehen. Die deutschsprachige Erstaufführung fand damals direkt nach London und New York in Wien statt und lief sieben Jahre lang ohne Unterbrechung. Und der Erfolg reißt nicht ab: Erst kürzlich begeisterten Neuproduktionen von CATS in London und New York das Publikum. Die Premiere der lang erwarteten Hollywood-Verfilmung ist für Dezember 2019 angekündigt.

Tanz, Magie, Mystik und Grammy-prämierte Musik

Atemberaubender Tanz, legendäre Kostüme, ein magisches Bühnenbild, Grammy-prämierte und mitreißende Musik machen CATS zu einem unvergesslichen Erlebnis. Natürlich erwartet das Publikum auch der berührende Welt-Hit „Memory“ („Erinnerung“), der mittlerweile von insgesamt mehr als 150 weltbekannten Künstlerinnen und Künstlern (u.a. Barbra Streisand und Céline Dion) gesungen wurde. Ein magischer Theaterabend für die gesamte Familie.

Ronacher Wien: Wiederaufnahme am 24. 9. 2020; vorerst letzte Vorstellung 30. Juni 2021

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Nach Thomas Mann

„Es ist ein allgemeines, menschliches Bedürfnis, sich täuschen zu lassen“, schreibt Felix Krull in seinen „Memoiren“. Diese Erkenntnis, dass fast überall nur der Schein gilt, nicht das Wesen, macht sich Thomas Manns charmantester Held geschickt zunutze. Nach dem Bankrott und Selbstmord seines Vaters reist er nach Paris, um dort als Liftboy in einem Luxushotel sein Geld zu verdienen. Aber es finden sich noch andere Einnahmequellen. Sein erstes Diebesgut ist ein Schmuckkästchen, das ihm den Lebensstil der Schönen und Reichen ermöglicht. Sofort beherrscht er die Klaviatur der feinen Unterschiede und er bewegt sich sicher auf jedem Parkett. Alles, was die Menschen in ihm sehen wollen, kann er verkörpern. Als ihn der von Enterbung bedrohte Marquis de Venosta bittet, unter seinem Namen eine Reise anzutreten, scheint einem glanzvollen Leben in höchsten gesellschaftlichen Kreisen nichts mehr im Wege zu stehen …

Mit der ihm eigenen Ironie schildert Thomas Mann zu Beginn des krisenreichen 20. Jahrhunderts seine „Helden des Zeitalters“, die am Widerspruch von äußerer Geltung und innerer Einsamkeit leiden. Der Schelmenroman gilt bis heute als das erfolgreichste Werk des Nobelpreisträgers und wurde vielfach verfilmt. Regisseur Felix Hafner nimmt die Geschichte des smarten Kriminellen und hinreißenden Phantasten zum Anlass, um die Frage „Will die Welt betrogen werden?“ neu zu stellen.

Besetzung: Tobias Artner, Laura Laufenberg, Tilman Rose, Michael Scherff u.a.
Inszenierung: Felix Hafner; Bühne und Kostüme: Anna Sörensen; Musik: Bernhard Eder.

NÖ Landestheater – Großes Haus: Premiere Sa 26. September 2020; letzte Vorstellung 11. November 2020

Christoph Kolumbus

Deutschsprachige Erstaufführung. Von Miroslav Krleza; aus dem Kroatischen von Sead Muhamedagic. Eine internationale und mehrsprachige Koproduktion mit den Vereinigten Bühnen Bozen.

Als der Entdecker und Seefahrer Christoph Kolumbus 1492 in See sticht, befindet sich Europa in extremen Umbrüchen. Neben Krisen und Krankheiten schaffen neue wissenschaftliche Erkenntnisse, zum Beispiel, dass die Erde keine Scheibe ist, große Unsicherheiten. Was für die einen den Weltuntergang bedeutet, ist für die anderen ein Weg in eine strahlende Zukunft. Der kroatische Dramatiker Miroslav Krleža erzählt in seinem 1917 entstandenen Stück über die abenteuerliche Entdeckungsreise von Christoph Kolumbus. Er beschreibt Kolumbus als Visionär, als eine moderne Erlöser-Figur, der seinen Matrosen für ihre Strapazen und ihre beschwerliche Seefahrt über den Ozean eine ungeahnte Freiheit und eine glorreiche Zukunft in der Neuen Welt verspricht. Doch die meuternde Mannschaft will Brot und keine Heilserwartung, die Männer wollen Goldschätze und nicht die leeren Versprechungen eines Idealisten …

In „Christoph Kolumbus“ verdichtet Miroslav Krleža die Ideale der sozialistischen Revolution mit der Botschaft aus der katholischen Heilsgeschichte. Erwartet uns am Ende dieser Reise eine ,Neue Welt‘, in der sich die humanistischen Werte verwirklichen lassen oder geht die Fahrt an einen Ort, an dem die Macht spiele der alten Welt nur vor neuer Kulisse stattfinden? Rene Medvešek wird das Kolumbus-Projekt als beeindruckendes Oratorium und großes, formstarkes Musiktheater mit einem mehrsprachigen Ensemble auf die Bühne bringen.

Besetzung: Tim Breyvogel, Dennis Cubic, Max G. Fischnaller, Doris Hindinger, Christoph Kail, Ivana Krizmanic, Emilia Rupperti, Lukas Spisser, Sara Stanic.
Inszenierung: Rene Medvešek: Bühne: Tanja Lacko, Rene Medvešek; Kostüme: Aleksandra Kica Musik, Matija Antoliic.

NÖ Landestheater – Großes Haus: Premiere Sa 03. Oktober 2020; letzte Vorstellung 10. Februar 2021

Ludwig van tanzt – Die Unsterbliche Geliebte

Poetischer Ballettabend von Michael Kropf. Musik von Ludwig van Beethoven in neuen Arrangements von Matthias Schaff. Uraufführung!

Giulietta, Marie, Elisabeth und seine unsterbliche geliebte Josephine – Beethoven verehrte viele Frauen.

Seine schwärmerischen Liebesbriefe sind beredtes Zeugnis davon und bilden die Grundlage dieses poetischen Ballettabends, in dem sich Choreograf Michael Kropf dem deutschen Klassiker assoziativ-biografisch nähert.

Ob Frühlings- oder Mondscheinsonate, ob Eroica oder Schicksalssymphonie: Ludwig van tanzt – und die von ihm Angebeteten umschwirren ihn. Ludwig van tanzt – und das Schicksal und der Tod tanzen mit.

Zur Musik Beethovens, neu arrangiert von Matthias Schaff, tanzt das Ballett der Bühne Baden unter der Leitung von Michael Kropf und unterstützt vom Europaballett St. Pölten.

Besetzung: Beethoven – Daniel Greabu; Josephine – Karina Gieler; Das Schicksal – Maria Penyaz; Der Tod – Samir Bellido; Magdalena – Patricia Brandao Moura; Fanny – N. N.; Giulietta – Tamara Dornelas; Elisabeth– Natalia Bezak; Graf Deym – Jan Bezak; Karl, Beethovens Neffe – Klauss Luli; Baron Christoph von Stackelberg – Yusuf Cöl; Priester / Arzt – András Virág.

Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik; Musikalische Arrangements: Matthias Schaff; Dramaturgie, Choreografie, Bühne: Michael Kropf; Kostüme: Friederike Friedrich.

Stadttheater Baden: Premiere 3. Oktober 2020, 19.30 Uhr; Weitere Vorstellungen: 10. Oktober 2020, 11. März 2021

Kabale und Liebe

Von Friedrich Schiller

Bei Schiller ist die große Liebe von einem Tag auf den anderen keine Angelegenheit der Herzen mehr, sondern ein spannungsgeladenes Politikum. Ferdinand liebt Luise und Luise liebt Ferdinand. Aber die beiden Liebenden trennt ihre soziale Herkunft. Ferdinand entstammt dem Adel, Luise kommt aus dem Bürgertum. Eine Verbindung über Standesgrenzen hinweg kommt weder für Luises Eltern noch für Ferdinands Vater, Präsident von Walter, infrage. Im Gegenteil: Um seinen Einfluss bei Hofe zu vergrößern, will der Präsident seinen Sohn mit Lady Milford, der Mätresse des Herzogs, verheiraten. Ferdinand lehnt sich jedoch gegen seinen Vater auf. Je mehr sich die gesellschaftlichen Instanzen gegen die Liebe der beiden stemmen, umso mehr fühlen sich Ferdinand und Luise verbunden. Schließlich werden die beiden Liebenden Opfer einer Intrige des Präsidenten und seines Sekretärs Wurm. Angesichts der Willkür des Establishments und einer unversöhnlichen Elterngeneration setzen sie ein fatales Zeichen …

Mit 23 Jahren verfasste Schiller sein bürgerliches Trauerspiel als jugendliche Kampfansage gegen die Vätergeneration und die herrschende Ständegesellschaft. Wie in allen Epochen, die von großen Veränderungen geprägt sind, schreibt auch heute wieder die junge Generation kompromisslos ihre Forderung nach einer besseren Welt auf ihre Fahnen. Der renommierte Regisseur Stephan Rottkamp, der zuletzt am Schauspielhaus Graz und am Nationaltheater Weimar gearbeitet hat, wird den großen Klassiker als seine erste Inszenierung am Landestheater Niederösterreich zeigen.

Besetzung: Tobias Artner, Tim Breyvogel, Philip Leonhard Kelz, Bettina Kerl, Tilman Rose, Emilia Rupperti, Michael Scherff.
Inszenierung und Bühne: Stephan Rottkamp; Kostüme: Esther Geremus.

NÖ Landestheater – Großes Haus: Premiere Fr 27. November 2020; letzte Vorstellung 29. Jänner 2021
Zu Gast an der Bühne Baden: 26. und 27. Jänner 2021

Anatavka – Fiddler on the Roof

Basierend auf den Geschichten von Sholem Aleichem mit ausdrücklicher Genehmigung von Arnold Perl. Buch: Joseph Stein, Musik: Jerry Bock, Gesangstexte: Sheldon Harnick. Deutsch von Rolf Merz und Gerhard Hagen.

Einer der absoluten Musicalklassiker beschreibt das Dorfleben im Schtetl Anatevka im Russischen Reich. Die jüdische Tradition in Brauchtum und Zusammenleben spielt in diesem Werk eine große Rolle: Wie der Geiger auf dem Dach bemühen sich alle, fröhlich zu bleiben und das Leben von der leichten Seite zu nehmen, auch, wenn am Ende alle aufgrund eines Pogroms aus dem Schtetl vertrieben werden. Alles dreht sich um den armen Milchmann Tevje, der sich mit seiner Frau Golde um gleich fünf Töchter kümmern muss, die ihre eigenen Vorstellungen haben, was das Heiraten betrifft.

„Wenn ich einmal reich wär’“, „Jente, o Jente“ oder „Kleiner Spatz, kleine Chavaleh“ sind nur einige der unvergesslichen Melodien dieses Klassikers.

Die Broadway-Produktion gewann im Uraufführungsjahr 1965 neun Tony Awards. Anatevka gehört bis heute zu den meistgespielten Musicals. In Baden war Anatevka zuletzt in der Saison 1977/ 1978 zu sehen.

Besetzung: Tevje, ein Milchmann – Georgij Makazaria; Golde, seine Frau – Maya Hakvoort; Zeitel, deren Tochter – Anna Burger; Hodel, deren Tochter – Marianna Lisa Herzig; Chava, deren Tochter – Valerie Luksch; Sprintze, deren Tochter – N. N.; Bielke, deren Tochter – N. N.; Jente / Fruma-Sara – Shlomit Butbul; Mottel Kamzoil, ein Schneider – Alexander Donesch; Schandel, seine Mutter – Dessislava Filipov; Perchik, ein Student – Stefan Bleiberschnig; Lazar Wolf, ein Metzger – Josef Forstner; Motschach, ein Gastwirt – Artur Ortens; Rabbi – Franz Josef Koepp; Mendel, sein Sohn – Robert R. Herzl; Awram, ein Buchhändler – Beppo Binder; Nachum / Jussel / Sheftel – Florian Resetarits; Oma Zeitel / Mirilla – Tania Golden; Wachtmeister – Dominik Kaschke; Fedja – Jan Walter; Der Fiedler auf dem Dach – Aliosha Biz.

Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik; Inszenierung: Volker Wahl / Michaela Ronzoni; Ausstattung: Stefanie Stuhldreier; Choreografie: Natalie Holtom.

Stadttheater Baden: Premiere 24. Oktober 2020, 19.30 Uhr; letzte Vorstellung 29. November 2020.
Einführungsgespräch: 18. Oktober 2020, 10.30 Uhr, Max-Reinhardt-Foyer

Robin Hood

Familienmusical von Robert Persché und Walter Raidl. Badener Erstaufführung

Robin Hood, ein junger Mann aus Nottingham, führt mit seinen fröhlichen Gesellen ein abwechslungsreiches, spannendes Leben im Sherwood Forest. Jeder, der einen Platz zum Leben oder Essen braucht, ist bei ihm herzlich willkommen. Das wäre ja alles ganz wunderbar, hätte unser Robin nicht Freude daran, die Reichen zu berauben und die Beute unter den Armen zu verteilen. Prinz John ist fuchsteufelswild. Er hat den Platz von König Richard Löwenherz eingenommen, der sich gerade auf Kreuzzug befindet und ist ganz versessen darauf, mit Hilfe des skrupellosen Sheriffs von Nottingham seinen Reichtum zu vermehren. So plant er ein großes Bogenschützenturnier, bei dem die bezaubernde Maid Marian dem Sieger einen goldenen Pfeil überreichen soll. Wird ihm Robin in die Falle gehen?

Besetzung: Robin Hood – Matthias Trattner; Bruder Tuck, ein Mönch – Rupert Bergmann; Allan van Dale, ein Geselle – Helmuth Lang; Little John, ein Geselle – Florian Resetarits; Maid Marian, Cousine Prinz Johns – Ulrike Figgener; Lady Wilma, ihre Gesellschafterin – Sylvia Rieser; Prinz John, Bruder von Richard Löwenherz – Artur Ortens; Sheriff – Beppo Binder; Clever – Michael Duregger; Smart – Martina Riegler; Tommi, ein Kind – N.N.; Tommis Mutter – Caroline Vasicek.

Musikalische Leitung: Michael Zehetner; Inszenierung: Robert Persché; Bühne: Alexia Redl; Kostüme: Elke Steffen-Kühnl; Choreografie: Michael Kropf.

Stadttheater Baden: Premiere 14. November 2020, 15.00 Uhr; letzte Vorstellung 27. Dezember 2020

Gräfin Mariza

Operette in drei Akten von Julius Brammer und Alfred Grünwald. Musik von Emmerich Kálmán.

Der verarmte Graf Tassilo verkauft seinen ganzen Besitz, um die Schulden seiner Familie zu begleichen, leugnet seine Herkunft und arbeitet inkognito auf dem Gut der reichen und schönen Gräfin Mariza. Die temperamentvolle Gräfin verlautbart die Nachricht einer angeblichen Verlobung, um sich so vor unliebsamen Verehrern und Mitgiftjägern zu retten. Ihren Phantasiebräutigam nennt sie „Baron Zsupán“. Leider gibt es diesen Herrn tatsächlich. Gräfin Mariza hat aber alles andere im Sinn, als Zsupán zu heiraten, weil sie in Wirklichkeit Tassilo liebt.

Ein Dauerbrenner der Operette mit Evergreens wie „Komm’ mit nach Varasdin“, „Grüß’ mir die süßen, die reizenden Frauen“ oder „Sag ja, mein Lieb, sag ja“.

Besetzung: Gräfin Mariza – Cornelia Horak; Fürst Populescu – Thomas Malik; Baron Koloman Zsupán – Thomas Zisterer; Graf Tassilo von Endrödy-Wittemburg – Reinhard Alessandri; Lisa, Tassilos Schwester – Verena Barth-Jurca; Karl Stefan Liebenberg – Benjamin Plautz; Fürstin Bozena – Uschi Plautz; Penizek, Kammerdiener – Oliver Baier; Manja, eine junge Zigeunerin – Jerica Steklasa.

Musikalische Leitung: Christoph Huber; Inszenierung: Leonard Prinsloo; Bühne: Monika Biegler; Kostüme: Mareile von Stritzky; Choreografie: Bohdana Szivacz.

Stadttheater Baden: Premiere 19. Dezember 2020, 19.30 Uhr; letzte Vorstellung 4. Februar 2021
Einführungsgespräch: 13. Dezember 2020, 10.30 Uhr, Max-Reinhardt-Foyer

Hallo, Dolly!

Eine musikalische Komödie. Musik und Gesangstexte von Jerry Herman, Buch von Michael Stewart nach „The Matchmaker“ von Thornton Wilder, Deutsch von Robert Gilbert.

Die clevere Witwe Dolly Gallagher Levi schlägt sich als Heiratsvermittlerin und in verschiedensten anderen Berufen recht und schlecht durchs Leben. Im Moment ist sie drauf und dran, den wohlhabenden Kaufmann Horace Vandergelder aus Yonkers, New York, an Irene Molloy, die Besitzerin eines Hutladens, zu vermitteln. Dolly hat aber im Sinn, ihn selbst zu heiraten. Zu diesem Zweck inszeniert sie ein Verwirrspiel, indem sie die zwei Angestellten Vandergelders, Cornelius und Barnaby, nach New York schickt, wo diese sich ebenfalls mit Irene und deren Mitarbeiterin Minnie treffen sollen. Im schicken Harmonia Garden Restaurant kommt es zum Showdown zwischen allen Beteiligten, als die armen Schlucker Cornelius und Barnaby die Rechnung nicht bezahlen können. Und doch gibt es am Schluss ein Happy End, als Horace erkennt, dass Dolly die richtige Frau für ihn ist.

In der mit 10 Tonys gekürten Uraufführung des Stückes 1964 spielte Carol Channing die Dolly. Die Verfilmung 1969 mit Barbra Streisand, Walter Matthau und Louis Armstrong wurde mit drei Oscars ausgezeichnet.

Besetzung: Dolly Gallagher Levi – Patricia Nessy; Horace Vandergelder – Andreas Steppan; Irene Molloy – Valerie Luksch; Minnie Fay – Juliette Khalil; Cornelius Hackl – Ricardo Frenzel Baudisch; Barnaby Tucker – Martin Fischerauer; Ermengarde – Caroline Zins; Ambrose Kemper – Matthias Trattner; Rudolph – Artur Ortens; Richter – Franz Josef Koepp.

Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik; Inszenierung: Michael Lakner; Bühne: Manfred Waba; Kostüme: Friederike Friedrich; Choreografie: Michael Kropf.

Stadttheater Baden: Premiere 23. Jänner 2021, 19.30 Uhr; letzte Vorstellung: 27. März 2021.
Einführungsgespräch: 17. Jänner 2021, 10.30 Uhr, Max-Reinhardt-Foyer

Der Zauberberg

Von Thomas Mann. Eine Koproduktion mit Les Theatres de la Ville de Luxenbourg.

Hoch oben in den Schweizer Alpen liegt das Sanatorium Berghof. Während Europa im frühen 20. Jahrhundert von Innovationen und Reformen, Krisen und Kriegen in Atem gehalten wird, vergeht hier in der elitären Lungenheilanstalt „die Zeit ganz anders“. Liegekuren, lange Spaziergänge im Schnee und fünf ausgiebige Mahlzeiten bestimmen die tägliche Routine, die nur von pointierten Debatten unterbrochen wird. Die internationale Patientenschaft ist auf vielen Gebieten bewandert, sei es Biologie, Kosmologie oder Kunst. Aber das Kranksein und die Therapien schaffen eine eigenartige Distanz zum Weltenlauf. Eingewickelt in dicke Decken richtet sich der Blick nach innen, auf große Fragen des Menschseins und die Nähe zum Tod.

Diese faszinierende Atmosphäre zieht Hans Castorp sofort in ihren Bann. Der junge Schiffbautechniker kommt als Zaungast in den Berghof, um seinen Cousin zu besuchen. Schon bald nimmt Castorp auf Anraten von Oberarzt Dr. Behrens an den medizinischen Kuren teil. Er befreundet sich mit dem italienischen Schriftsteller Lodovico Settembrini und ist gebannt von der widerspenstigen Schönheit der Russin Clawdia Chauchat. Der norddeutsche „Parzival“ lernt im Berghof die Liebe kennen, Eifersucht und Abgründe, intellektuelle Freiheit und die gewaltige Schönheit der Natur. Bis hinter den Bergspitzen der Vorabend des Ersten Weltkriegs dämmert.

Ein Menschheitsbuch, so nannte Thomas Mann sein 1924 erschienenes Opus magnum. Die Regisseurin Sara Ostertag, die für ihre poetisch-musikalischen Inszenierungen vielfach ausgezeichnet wurde, überprüft den intellektuellen Abenteuerroman als Parabel auf die heutige Wohlstandsgesellschaft.

Besetzung: Tim Breyvogel, Bettina Kerl, Laura Laufenberg, Clara Luzia, Tilman Rose, Michael Scherff, Jeanne Werner.
Inszenierung: Sara Ostertag; Bühne: Nanna Neudeck; Kostüme: Clio Van Aerde; Musik: Clara Luzia.

Landestheater NÖ – Großes Haus: Premiere Fr 22. Jänner 2021; letzte Vorstellung 13. März 2021
Zu Gast an der Bühne Baden: 2. Und 3. März 2021

La Traviata

Oper in drei Akten. Text von Francesco Maria Piave, Musik von Giuseppe Verdi In deutscher Sprache.

Violetta Valéry, eine von Tuberkulose gezeichnete Kurtisane, ist Mittelpunkt der Pariser Halbwelt. Sie wird von allen begehrt und feiert in oberflächlicher und vergnügungssüchtiger Weise ein Fest nach dem anderen. Erst als sie den jungen, aus der High Society stammenden Alfred Germont kennenlernt, der ihr sein Herz zu Füßen legt, ändert sich ihre Gesinnung. Auf dem Land versuchen die beiden, sich ein Leben fernab der Verlockungen der Großstadt aufzubauen. Doch dann holt Violetta ihre Vergangenheit ein: Alfreds Vater duldet aufgrund der Familienehre nicht, dass sein Sohn die durch ihren ehemals leichten Lebenswandel gesellschaftlich abgestempelte Violetta heiratet. Alfreds Reue kommt zu spät: Schweren Herzens entsagt Violetta ihrer großen Liebe und stirbt vereinsamt und arm.

La Traviata gehört nach wie vor – wie auch Die Zauberflöte und Carmen – zu den meistgespielten Stücken des Opernrepertoires und wurde seit 1950 nicht mehr in Baden gespielt.

Besetzung: Violetta Valéry – Jay Yang / Cornelia Horak; Flora Bervoix, ihre Freundin / Annina,  Dienerin  Violettas – Bea Robein; Alfred Germont – Sebastian Reinthaller / Carlos Moreno Pelizari; Georg Germont, sein Vater – Reinhard Alessandri; Gaston, Vicomte von Le Létorières – Beppo Binder; Baron Douphol – Thomas Zisterer; Doktor Grenvil – Krzysztof Borysiewicz.

Musikalische Leitung: Michael Zehetner; Inszenierung: Isabella Gregor; Ausstattung: Tanja Hofmann; Choreografie: Michael Kropf.

Stadttheater Baden: Premiere 27. Februar 2021, 19.30 Uhr; letzte Vorstellung 26. März 2021.
Einführungsgespräch: 21. Februar 2021, 10.30 Uhr, Max-Reinhardt-Foyer

Der Talisman

Von Johann Nepomuk Nestroy

Willkommen in einer Welt, die ihr Glück mehr vom Schein als vom Sein abhängig macht: Alle Menschen haben hier die gleichen Chancen, fast alle, nur die Rothaarigen nicht! Ob Frau oder Mann, jung oder alt, den „Rotkopferten“ begegnet man auf dem Schloss der Gräfin von Cypressenburg mit Geringschätzung und Ausgrenzung. Wegen ihrer roten Haare werden die Gänsemagd Salome Pockerl und der vagabundierende Barbiergesell Titus Feuerfuchs diskriminiert und „abgehängt“. Doch während die selbstbewusste Salome von der Schönheit ihrer morgensonnigen Haarpracht überzeugt ist und sofort in Begeisterung entflammt, als sie ihren Leidensgenossen Titus kennenlernt, ist dieser frustriert von der ignoranten Gesellschaft. Als Titus den Friseur Marquis vor einem Unfall bewahrt und zum Dank eine schwarze Perücke erhält, nimmt sein Leben eine plötzliche Wende: Mit neuer Haarfarbe wird er zum Objekt der Begier-de dreier konkurrierender Witwen und dem sozialen Auf-stieg im Schloss steht nichts mehr im Wege …

Voller hinreißender Komik, witzesprühender Dialoge und messerscharfer Kritik an den Verhältnissen seiner Zeit ist „Der Talisman“ eines der großen Meisterwerke von Johann Nepomuk Nestroy. Aus jeder Silbe schlägt ein Geistesblitz. Nestroy sei „der erste deutsche Satiriker“, dessen Sprache sich „Gedanken macht über die Dinge“, so beschrieb Karl Kraus die herausragende Sprachkunst Nestroys. Das Regieduo und Theaterleiter-Pärchen Kaja Dymnicki und Alexander Pschill, die auf der Wiener Bühne „Bronski & Grünberg“ Furore machen, ist für seinen rasant-erzählerischen, witzig klugen Inszenierungsstil bekannt. Sie bringen „Der Talisman“ mit viel Musik und eigenen Couplets so auf die Bühne, dass sich Intellekt und Sinnlichkeit leichtfüßig begegnen.

Besetzung: Florian Carove, Christian Dolezal, Doris Hindinger, Laura Laufenberg, Stefan Lasko, Tilman Rose, Emilia Rupperti, Michael Scherff.
Inszenierung und Bühne: Alexander Pschill und Kaja Dymnicki; Kostüme: Alfred Mayerhofer; Musik; Stefan Lasko.

Landestheater NÖ – Großes Haus: Premiere Sa 20. März 2021; letzte Vorstellung 25. Mai 2021
Zu Gast an der Bühne Baden: 27. Und 28. Mai 202,

Der Vetter aus Dingsda

Operette in drei Akten. Nach einem Lustspiel von Max Kempner-Hochstädt von Herman Haller und Rideamus. Musik von Eduard Künneke.

Julia de Weert liebt ihren Vetter Roderich. Ihre Verwandten, Onkel Josse und Tante Wimpel, wollen ihr aber deren Neffen August Kuhbrodt als Ehemann einreden. Roderich ist vor sieben Jahren in die Welt gezogen, um etwas aus sich zu machen und um zu Geld zu kommen. Zwei Fremde tauchen auf. Beide behaupten, Roderich zu sein! Für komische Operettenverstrickungen ist gesorgt…

„Ich bin nur ein armer Wandergesell“ ist neben „Onkel und Tante, das sind Verwandte“ und „Strahlender Mond“ eine der populärsten Nummern dieses beliebten Werkes aus der dritten Operettengeneration.

Besetzung: Julia de Weert – Ivana Zdravkova; Hannchen, ihre Freundin – Juliet Petrus; Josef Kuhbrodt, genannt Josse, ihr Onkel – Gerhard Ernst; Wilhelmine, genannt Wimpel, seine Frau – Sylvia Rieser; Egon von Wildenhagen – Beppo Binder; Erster Fremder – Clemens Kerschbaumer; Zweiter Fremder – Benjamin Plautz.

Musikalische Leitung: Michael Zehetner; Inszenierung: Johanna Arrouas; Bühne: Alena Hoffmann; Kostüme: Friederike Friedrich; Choreografie: Rita Sereinig.

Stadttheater Baden: Premiere 24. April 2021, 19. 30 Uhr. Weitere Vorstellungen: 25. und 30. April

Othello

von William Shakespeare

Venedig ist der Schauplatz von „Othello“, Shakespeares beliebtester und in seiner Zeit meistgespielter Tragödie. Im Jahre 1603, als das Stück entstanden ist, gehörte Venedig zu den größten europäischen Städten und war eines der wichtigsten Handels- und Finanzzentren Westeuropas. Seine Kolonien reichten von Oberitalien bis nach Zypern. In diese venezianische Welt aus Geld, Krieg und Macht setzt Shakespeare seinen Titelhelden: den dunkelhäutigen Othello. Othello, ein Kriegsheld, hat es als tapferer und integrer Soldat bis zum General gebracht. Doch in der streng hierarchischen Männergesellschaft wird er zur Projektionsfläche für Neider und zur Zielscheibe für Missgunst und Hass gegen alles Fremde. Ohne sein Wissen schafft er sich Feinde, im privaten wie im beruflichen Umfeld. Die heimliche Heirat mit der Senatorentochter Desdemona bringt nicht nur ihren Vater Brabantio, sondern auch Othellos Nebenbuhler Rodrigo gegen ihn auf. Jago, sein Fähnrich, fühlt sich übergangen, da Othello statt ihm seinen Freund Cassio zum Leutnant befördert hat. Jago will Rache.

Als Othello auf Zypern das venezianische Militär anführt, um den Angriff der Türken abzuwehren, gelingt es Jago, ein perfides Netz aus Fake News, Lügen und Intrigen zu spinnen. Er sät Zweifel an Desdemonas Treue und treibt damit Othello bis zum Äußersten.

„Othello“ ist große Rachetragödie und furioses Eifersuchtsdrama zugleich. Es geht um rassistische Stereotype und gesellschaftliche Vorurteile und um die Zerbrechlichkeit einer Liebe. Der Londoner Regisseur Rikki Henry sorgte in der vergangenen Spielzeit mit seiner gefeierten Inszenierung des „Hamlet“ für Aufsehen. Mit „Othello“ setzt er seine Auseinandersetzung mit dem Shakespeare’schen Werk und einer zeitgenössischen und atmosphärischen Inszenierungsästhetik fort.

Besetzung: Tim Breyvogel, Bettina Kerl, Tilman Rose, Emilia Rupperti, Michael Scherff u.a.
Inszenierung: Rikki Henry; Bühne: Anna Sörensen; Kostüme: Cedric Mpaka.

Landestheater NÖ – Großes Haus: Premiere Fr 07. Mai 2021; letzte Vorstellung 12. Mai 2021
Zu Gast an der Bühne Baden: Mi 25. August 2021

Eine Nacht in Venedig

Operette in 3 Akten von Richard Genée und Friedrich Zell. Musik von Johann Strauss.

Johann Strauss’ musikalisches Meisterwerk und eine seiner meistgespielten Operetten ist ein heiteres Katz-und-Maus- Spiel um den vom Luxus verwöhnten Herzog von Urbino. Der Herzog ist ein bekannter Frauenheld. Sein Leibbarbier Caramello wiederum ist mit dem armen Fischermädchen Annina liiert, welche es versteht, des Herzogs Pläne zu durchkreuzen. Intrigen innerhalb der Senatorenschaft, List und Witz der Frauen und der berühmte Karneval in Venedig sind die Ingredienzen dieses Meilensteins der Goldenen Operettenära, in welchem „Spaß und Tollheit und Lust regiert“.

Besetzung: Guido, Herzog von Urbino – Iurie Ciobanu; Caramello, sein Leibbarbier – Clemens Kerschbaumer; Annina – Ivana Zdravkova; Pappacoda, Makkaroni-Koch – Ricardo Frenzel Baudisch; Ciboletta, Köchin – Verena Barth-Jurca; Bartolomeo Delaqua, Senator – Franz Suhrada; Barbara, seine Frau – Susanna Hirschler; Stefano Barbaruccio, Senator – Thomas Malik; Agricola, seine Frau – Sylvia Rieser; Giorgio Testaccio, Senator – Beppo Binder; Enrico Piselli, See-Offizier – Lukas Strasser.

Musikalische Leitung: Michael Zehetner; Inszenierung: Thomas Smolej; Ausstattung: Monika Biegler; Choreografie: Bohdana Szivacz.

Sommerarena Baden: Premiere 18. Juni 2021, 19.00 Uhr; letzte Vorstellung 3. September 2021
Einführungsgespräch: 13. Juni 2021, 10.30 Uhr, Max-Reinhardt-Foyer

West Side Story

New York liegt im Sommer 2021 am Neusiedler See! Mit dem mitreißenden Welterfolg „West Side Story“ ist einer der ganz großen Musical-Klassiker erstmals auf der Seebühne Mörbisch zu erleben.

Die packende Handlung über zwei rivalisierende Gangs im New York der 1950er Jahre und eine große „Romeo und Julia“-Liebesgeschichte, die sich zwischen Tony und Maria entspinnt, hat seit ihrer Uraufführung 1957 ein Millionenpublikum in ihren Bann gezogen. Und das zurecht: Leonard Bernsteins fantastische Musik und die vielen großartigen Songs („Maria“, „Tonight“, „Somewhere“, „I feel pretty“ oder „Mambo“) werden auch das Mörbisch-Publikum elektrisieren und im Sturm erobern.

„Gesungen wird auf Englisch, die Dialoge sind in deutscher Sprache und werden von einem jungen Ensemble glaubhaft und packend auf die Seebühne gebracht. Mit Werner Sobotka wurde ein äußerst erfahrener Musicalregisseur gewonnen. Das Bühnenbild wird von Walter Vogelweider entworfen, der zuletzt mit „Das Land des Lächelns“ großen Erfolg in Mörbisch hatte. Das Leading Team komplettieren Karin Fritz, die bereits mit hinreißenden Kostümen „Gräfin Mariza“ (2018) ausstattete, Sascha Götzel, der erstmals die musikalische Leitung in Mörbisch übernimmt, sowie Jonathan Huor, in dessen Händen die Choreografie liegt“, gibt Peter Edelmann Einblick in die Produktion 2020.

„Die West Side Story steht bereits seit längerem auf dem Wunschzettel der Seefestspiele Mörbisch. Nicht nur, weil die Uraufführung am 26. September 1957 stattfand, also genau in jenem Jahr, als die Seefestspiele Mörbisch gegründet wurden. Vielmehr deshalb, weil wir überzeugt sind, mit diesem Stück vermehrt junges Publikum nach Mörbisch zu holen. Der Vorverkauf ist äußerst vielversprechend angelaufen: wir liegen schon jetzt knapp 8.000 Karten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres voran“, zieht Landeshauptmann Mag. Hans Peter Doskozil eine erste Bilanz.

„Eine berührende Liebesgeschichte wie jene von Tony und Maria passt perfekt zum Image der Seefestspiele und entspricht zugleich den Erwartungen des Publikums. Dass Produktionen in Mörbisch nicht immer happy enden, haben die Gäste schon 2019 bei „Das Land des Lächelns“ erlebt. Mit der „West Side Story“ wird es in Mörbisch jedoch so dramatisch und emotional wie noch nie. Dazu kommt, dass das Thema des Stücks heute mindestens so aktuell ist wie damals im New York der fünfziger Jahre“, so Doskozil.

Inhalt: „West Side Story“ erzählt von zwei verfeindeten Teenagerbanden im New York der 1950er-Jahre, den Sharks und den Jets. In dieser Atmosphäre von Konkurrenz und Feindseligkeit verlieben sich Tony und Maria ineinander, er Gründungsmitglied der weißen Jets, sie Schwester des puerto-ricanischen Sharks-Anführers. Wie in „Romeo und Julia“ nehmen die Gangs keinerlei Rücksicht auf die Gefühle der beiden und versuchen, im tänzerischen Kampf diese Liebe zu verhindern. Als ein Streit eskaliert, bleiben schließlich drei Burschen tot zurück, darunter Tony. Marias berührende Anklage des Hasses der Banden, der alles zerstört hat, zählt zu den herzerweichendsten Szenen der Musicalgeschichte.

Seefestspiele Mörbisch: Premiere 8. Juli 2021; letzte Vorstellung 14. Autust 2021
Karten sind ab sofort im Büro der Seefestspiele Mörbisch (T: 02682/66210, E: tickets@seefestspiele.at) sowie im Online-Shop (www.seefestspiele.at) erhältlich.

Neun – Nine

Musical nach dem Film „8 1/2“ von Federico Fellini. Buch von Arthur Kopit, Musik und Liedtexte von Maury Yeston. Adaption aus dem Italienischen von Mario Fratti. Deutsche Übersetzung von Wolfgang Adenberg. Österreichische Erstaufführung!

Der vom Erfolg verwöhnte Drehbuchautor und Filmregisseur Guido Contini musste einige Niederlagen einstecken: Neben seinen persönlichen Problemen als Womanizer waren seine letzten Filme allesamt Misserfolge. Seiner einstmals reichen Kreativität beraubt und durch seine zahlreichen Liebschaften innerlich zerrissen, gerät er in eine Midlife-Crisis. Als er in dieser angeschlagenen Situation gedrängt wird, einen Film  zu machen, gerät er vollends in geistige Verwirrung. Er begibt sich zu einem Kuraufenthalt in ein mondänes venezianisches Bad. Erst die Erscheinung seines neunjährigen Ichs erlöst ihn aus seiner Krise und führt ihn zur Reifung seines Charakters: Er erkennt, dass seine Frau Luisa die wahre Liebe seines Lebens ist.

Das Musical, 1982 mit 5 Tonys ausgezeichnet, basiert auf Federico Fellinis bahnbrechendem neorealistischen Spielfilm „8 1/2“ aus dem Jahr 1963.

Besetzung: Guido Contini – Drew Sarich; Luisa Contini, seine Frau – N. N.; Carla Albanese, seine Geliebte – Dorina Garuci; Claudia Nardi, Schauspielerin – Ann Mandrella; Guidos Mutter – Andrea Huber; Liliane La Fleur, Guidos Produzentin – Carin Filipcic; Stephanie Necrophorus, Kritikerin – Barbara Obermeier; Mama Maddalena, Chefin der Zimmermädchen / Lady of the Spa – Anna Overbeck; Saraghina, eine Hure – Ana Milva Gomes; Kardinal – Beppo Binder.

Musikalische Leitung: Christoph Huber; Inszenierung & Choreografie: Ramesh Nair; Bühnenbild: Karl Fehringer / Judith Leikauf; Kostüme: Friederike Friedrich.

Stadttheater Baden: Premiere 9. Juli 2021, 19.30 Uhr; letzte Vorstellung: 1. September 2021
Einführungsgespräch: 4. Juli 2021, 10.30 Uhr, Max-Reinhardt-Foyer

Oper im Steinbruch

Turandot von Giacomo Puccini

Drei Rätsel stellt die geheimnisvolle Prinzessin Turandot jedem Mann, der um ihre Hand und damit um den Platz auf dem Thron neben ihr anhält. Wer die Rätsel nicht lösen kann, verliert sein Leben unter dem unerbittlichen Schwert des Henkers. Das vergossene Blut hunderter Anwärter tränkt die Straßen Pekings, das chinesische Volk ächzt unter der tyrannischen Herrschaft der eiskalten Prinzessin. Alle Hoffnungen ruhen auf einem namenlosen Prinzen, der eines Tages mit seinem alten blinden Vater und der ihm bedingungslos folgenden Liù aus dem fernen Reich der Tartaren in den Palast der gefürchteten jungfräulichen Herrscherin zieht. Wie durch ein Wunder löst er Turandots teuflische Rätsel. Als diese sich weigert, dem Tartarenprinzen die Hand zu reichen, stellt er der störrischen Prinzessin seinerseits ein Rätsel: Sie soll ihm seinen Namen nennen, den keiner kennt. Turandot setzt alle Hebel ihrer Macht in Bewegung und verhängt über ihr Volk ein Verbot zu schlafen, bis der Name des Unbekannten gefunden ist...

„Keiner schlafe – Nessun dorma!“, so beginnt denn auch die berühmte Arie des Prinzen, in der er über die gefürchtete Turandot und seine immer heißer aufflammende Liebe zu dieser erbarmungslosen und faszinierenden Frau singt. Giacomo Puccini gelang mit diesem Wurf eine der bekanntesten und beliebtesten Arien der gesamten Opernliteratur, ein Bravourstück für jeden dramatischen Tenor. Mit einer schillernden und dramatisch auflodernden Musik voll mitreißender Melodik entführt der Maestro aus Lucca uns in die fernen und exotischen Märchenwelten der mondkalten Prinzessin. Puccinis gleißende und geheimnisvoll zerklüfteten Klänge finden ihren idealen Widerhall in der schroffen Felslandschaft des St. Margarethener Steinbruchs. Die rätselumwobene Turandot gehört zu den anspruchsvollsten Opernpartien überhaupt, und kaum eine Musik geht so nah an unsere Herzen wie die ergreifenden Bitten und Klagen der sich opfernden Liù. Giacomo Puccini entfacht einen wahren Wirbelsturm der Gefühle, in dem zuletzt selbst das kalte Herz der eisigen Prinzessin in Liebe entbrennt.

Römersteinbruch St. Margarethen: Premiere 14. Juli 2021; letzte Vorstellung 21. August 2021

Hier geht´s zur Kartenbestellung ...

EVA

Operette in drei Akten von Franz Lehár. Libretto von Alfred Maria Willner und Robert Bodanzky.

Das arme Waisenkind Eva ist der Augenstern ihres Pflegevaters, des Werksführers einer französischen Glasfabrik. Der Dandy Octave Flaubert übernimmt die Fabrik von seinem Vater und fühlt sich zur unschuldigen Eva hingezogen. Er führt sie zu einem großen Ball aus, versucht, sie zu verführen und bringt dadurch die gesamte Belegschaft, die die Patenschaft über Eva innehat, gegen sich auf. Als Eva merkt, dass Octave nur auf eine Affäre aus war, flüchtet sie nach Paris.

Wie in einer perfekten Operette üblich, bekommt Cinderella am Ende aber doch noch ihren Prince Charming… Wunderschöne Musik durchzieht Franz Lehárs Märchen für Erwachsene, das zuletzt in der Saison 1955 / 1956 in Baden zu erleben war.

Besetzung: Eva – Sieglinde Feldhofer; Octave Flaubert, Fabriksbesitzer – Reinhard Alessandri; Prunelles, zweiter Buchhalter in der Fabrik Flauberts – Thomas Zisterer; Dagobert Millefleurs, Freund Flauberts – Roman Martin; Pepita Desiree Paquerette, genannt Pipsi – Claudia Goebl; Bernard Larousse, erster Werksführer in der Fabrik Flauberts – Franz Födinger.

Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik; Inszenierung: Michael Lakner; Ausstattung: Dietmar Solt; Choreografie: N. N.

Sommerarena Baden: Premiere 30. Juli 2021, 19. 30 Uhr; letzte Vorstellung: 2. September 2021
Einführungsgespräch: 25. Juli 2021, 10.30 Uhr, Max-Reinhardt-Foyer

Ladies Night

Drehbuch: Stephen Sinclair und Anthony McCarten

Kein Job, kein Geld, keine Perspektive. Trostlose Zeiten für sechs arbeitslose Freunde. Da kommen die Chippendales in die Stadt und die Frauen stehen Kopf und stecken viele große Geldscheine in ihre kleinen Tangas. Eine verwegene Idee entsteht in den Köpfen der vom Pech verfolgten Männer: Warum nicht selbst die Hüllen fallen lassen! Die anfängliche Euphorie lässt allerdings bald nach. Ihnen wird nämlich bewusst, dass man von Strippern nicht nur Sixpacks, sondern auch tänzerische und erotische Fähigkeiten erwartet. Ein Theaterabend mit viel Witz, Esprit und einer Prise  Sexappeal unter der lustvollen Regie von Viktoria Schubert.

Regie: Viktoria Schubert, Bühnenbild: Martin Gesslbauer, Kostümbild: Julia Klug
Besetzung: Martin Bermoser, Christoph Fälbl, Thomas Höfner, Robert Kolar, Julian Loidl, Reinhold G. Moritz, Michael Seida, Kristina Sprenger.

Stadttheater Berndorf: Premiere 5. August 2021, letzte Aufführung 4. Sept. 2021

Wer ist im Bett mit dem Butler? AUF 2021 VERSCHOBEN!!

AMAKULT: Eine Komödie von Michael Parker (Übersetzung: Hagen Horst)

Ein kalifornischer Millionär hat sein gesamtes Vermögen seiner einzigen Tochter Constance hinterlassen. Mit drei Ausnahmen: Die Yacht bekommt Josephine, die Kunstsammlung ist für Renée bestimmt und die Oldtimer gehen an Marjorie. Gemeinsam mit ihrem Anwalt erscheint Constance in der Villa ihres Vaters, entschlossen herauszufinden, wer diese drei Damen sind und sie entweder auszuzahlen oder das Testament anzufechten.

Von Butler Clifton erfährt sie, dass alle drei Geliebte ihres Vaters waren. Außerdem entdeckt sie, dass die Yacht, die Kunstsammlung und die Autos verschwunden sind: an eine geheimnisvolle Firma verkauft! Könnte der Butler dahinterstecken? Dieser gerät ziemlich ins Schwitzen, hat doch Constance die Damen in die Villa eingeladen – und alle drei haben ein amouröses Interesse am Butler… Ist das der Grund, warum er eine Schauspielerin engagiert hat, die seine Ehefrau spielen soll?

Wird der von Constance engagierte Privatdetektiv das Rätsel lösen? Und wer landet am Ende im Bett mit dem Butler…

Inszenierung: Franz Schiefer & Nicole Gerfertz-Schiefer

Besetzung: Harald Brutti, Nicole Gerfertz-Schiefer, Franz Grünwald, Martina Gutmann, Enisa Meindl, Franz Schiefer, Ingrid Spörker, Susanne Waldhauser, Burgi Weissenböck.

Kulturszene Kottingbrunn: Premiere Mai 2021

Arme reiche Erbin- VERSCHOBEN AUF 2021

Im Rahmen der Reihe „Frauenschicksale in der Weltliteratur“. Originaltitel von Henry James: „Washington Square“; Bearbeitung für die Bühne von Stefan Slupetzky

Catherine ist die Arme reiche Erbin – die fügsame, sanfte, einzige Tochter des angesehenen Arztes, Dr. Sloper. Unbeirrbar gut, aber ohne Reize, zurückhaltend und schüchtern, dem Vater ergeben in dem eifrigen Bestreben, ihm zu gefallen. Von seiner Schwester Lavinia verlangt Dr. Sloper, dass sie aus diesem „Allerweltskind“ eine kluge Frau machen soll, ähnlich ihrer Mutter, die bei Catherines Geburt verstorben ist, was Dr. Sloper nicht vergessen kann.

Lange Zeit unbeachtet, erfährt Catherine erstmals liebens­würdige Aufmerksamkeit von dem charmanten Morris Townsend, einem mittellosen Werber, der sich gerne in dem wohlbestellten Haus Dr. Slopers am Washington Square einnisten möchte. Dr. Sloper durchschaut die Absichten von Morris und unterlässt daher keine Gelegenheit, diese Beziehung zu verhindern. Er droht, seiner Tochter das Erbe zu verweigern, wenn sie Morris heiratet.

So wird Catherines Glück aufgerieben zwischen dem Gehorsam zu ihrem Vater und der Liebe zu einem Mann, der es nur auf ihr Geld abgesehen hat.

Die Handlung spielt in New York um 1900

Besetzung: Dr. Austin Sloper, angesehener Arzt: Martin Schwab; Catherine, seine Tochter: Wanda Worch; Lavinia Penniman, seine Schwester: Maria Happel; Morris Townsend, Catherines Verehrer: Daniel Jesch; Mrs. Montgomery, seine Schwester: Elisabeth Augustin; Elisabeth Almond, Slopers 2. Schwester: Karin Kofler; Marian, ihre Tochter: Kimberly Rydell; Arthur Townsend, deren Bräutigam: David Jakob.

Regie: Maria Happel; Bühne: Peter Loidolt; Kostüme: Erika Navas; Licht: Lukas Kaltenbäck; Musik: Henry Carradine.

Theater Reichenau – Großer Saal: Premiere 3. Juli 2020, 19:30 Uhr; letzte Aufführung 4 August 2020

Des Teufels General - VERSCHOBEN AUF 2021

Drama in drei Akten von Carl Zuckmayer. Spielfassung von Hermann Beil.

Carl Zuckmayer schrieb dieses Stück 1941 im Exil in Amerika, angeregt durch eine kurze Notiz in den Zeitungen, dass Ernst Udet, Generalluftzeugmeister der deutschen Armee, beim Ausprobieren einer neuen Waffe tödlich verunglückt und mit Staatsbegräbnis beerdigt worden sei. Ernst Udet war früher Zuckmayers Freund.

Das Drama in drei Akten zeigt im Mittelpunkt den faszinierenden Helden, General Harras, mit Udets charakteristischen Merkmalen: „Herz und Schnauze“, trinkfest und leidenschaftlich der Fliegerei ergeben, Weiberheld und Lebensgenießer, kritisch und aufmüpfig der NSDAP gegenüber, jedoch getreu in militärischen Diensten.

„Nirgends in der Welt hätte man mir diese Möglichkeiten gegeben – diese unbegrenzten Mittel – diese Macht“.

Harras liebte seine Position, war aber nie der NS-Ideologie ergeben. Deshalb erregte er auch den Argwohn des getarnten Agenten der Gestapo, Dr. Schmidt-Lausitz. Als sich ungeklärte Flieger-Unfälle durch Materialfehler häufen, gerät Harras als Verantwortlicher unter Druck, wird verhört und verhaftet. Zuletzt erhält er eine 14-tägige Frist zur Aufklärung, entdeckt den Sabotageakt durch seinen besten Kollegen Oderbruch. Harras löst den Fall auf seine Weise: er steigt mit einer fluguntauglichen Maschine auf und stürzt ab.

„Wer auf Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat – der muss ihm auch Quartier in der Hölle machen!“

Das Stück zeigt mit kontrastreichen Typen eine Gesellschaftsbeschreibung aus dem „Dritten Reich“, Scharfmacher, Mitläufer, sogenannte Unpolitische und Widerstandskämpfer. Es will nichts beschönigen oder gar verharmlosen. Viele sagten: „So wie in diesem Stück – so ist es gewesen.“

Besetzung: Marcus Bluhm als General Harras, Rainer Friedrichsen, Therese Hübchen, David Jakob, Louise Knof, Dirk Nocker, André Pohl, Johanna Prosl, Elisa Seydel, Claudius von Stolzmann, Tobias Voigt.

Regie: Hermann Beil; Bühne: Peter Loidolt; Kostüme: Erika Navas

Theater Reichenau – Großer Saal; Premiere 4. Juli 2020; letzte Aufführung 5 August 2020

Umsonsot - VERSCHOBEN AUF 2021

Posse mit Gesang in drei Akten

Im Sommer 1856 hält sich Nestroy in Reichenau auf und schreibt an seinen Freund am 15. Juli: „Ich befinde mich wohl und schreibe sogar fleißig n einem Stück“.

Dieser Reichenau-Nestroy ist die Posse „UMSONST“, die zum zweiten Mal nach 2003 auf den Spielplan kommt. Eine turbulente Verwechslungskomödie aus dem Theatermilieu.

Eine drittklassige Schauspielertruppe müht sich in der Provinz um das Publikum zwischen den Stationen Steyr und Braunau. Der elegante Arthur verwirrt durch sein Auftreten nicht nur die Damenwelt des Ortes, sondern auch die Schauspielerkollegen – und da ganz besonders den unglücklichen Pitzl (die „Nestroy-Rolle“). Flucht und Versteckspiel im Wirtshaus, wo sich eine weitere Liebesgeschichte zuträgt, garantieren einen sehr heiteren Theaterabend mit Musik.

„Umsonst, umsonst … es ist alles umsonst. Heiter ist das Leben, ernst ist die Kunst …“

Besetzung: Finster, Fabriksbesitzer: Toni Slama; Anastasia Mispl, Verwandte: Chris Pichler; Emma Busch, sein Mündel: Alina Fritsch; Arthur, Schauspieler: David Oberkogler; Pitzl, Schauspieler: Nicolaus Hagg; Gschlader, Kaffeesieder: Alexander Rossi; Wildner, Agent: Hannes Gastinger; Sauerfass, Wirt in Braunau: Thomas Kamper; Sali, seine Tochter: Karin Lischka; Georg, Kellner: Rafael Schuchter; Maushuber, Kapitalist: Peter Moucka; Ignaz, sein Sohn: Alexander Hoffelner; Margarete, Köchin: Tanina Beess; in verschiedenen Rollen: Philipp Stix, Helmut Stippich.

Regie: Michael Gampe; Bühne: Peter Loidolt; Kostüme: Erika Navas; Licht: John Lloyd Davies; Musik: Helmut Stippich.

Theater Reichenau – Neuer Spielraum: Premiere 5. Juli 2020; letzte Aufführung 5. August 2020

Die Wasserfälle von Slunj - VERSCHOBEN AUF 2021

Von Heimito von Doderer, Romanbearbeitung für die Bühne: Nicolaus Hagg; Die Handlung spielt in Wien – vor dem 1. Weltkrieg

Nach der „Strudlhofstiege“ (2009) und „Doderers Dämonen“ (2016) hat Nicolaus Hagg nun einen dritten Doderer-Roman für die Festspiele Reichenau dramatisiert. Wieder ist es ein Werk mit hoher Personenfülle, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. In bewährter Weise hat Hagg maßgebliche Personen, Szenen und Abläufe handlungsstark herausgearbeitet und „in die pulsierende, weltoffene Metropole des Habsburgerreiches Wien“ gesetzt. So wird es ein Kaleidoskop der K&K Monarchie mit Charakteren aus den unterschiedlichen sozialen Schichten.

Der englische Industrielle Robert Clayton will in Wien eine Niederlassung von Clayton & Co gründen. Für den erfolgreichen Aufbau der Firma findet er Herrn Chwostik, den „Urtypus des Wieners“. Dessen originelle, humorige Lebenshintergründe scheinen aufs erste gar nicht mit seiner geschäftlichen Tüchtigkeit zusammenzupassen – aber er ist die wahre Stütze der Firma. Insbesondere als der Sohn, Donald Clayton, zehn Jahre später nach Wien kommt.

Donald, ein ernsthafter, schweigsamer junger Mann steht im Schatten seines brillanten Vaters, auch wenn es um die Frauen geht. Bei einer Soirée der Gräfin Ergoletti lernt er die Ingenieurin Monica kennen, verpasst aber den entscheidenden Moment, indem er sie ganz gewinnen oder ganz verlieren muss. Dass Monica sich schließlich mit Robert Clayton, seinem Vater, verlobt, während er auf Reisen ist, bricht ihm das Herz.

Es ist Doderers letzter Roman, den er vollenden konnte und der 1963 unter dem Titel „Roman Nr. 7/1. Die Wasserfälle von Slunj“ erschien, die zwei weiteren Teile der geplanten Tetralogie erschienen posthum.

Die titelgebenden Wasserfälle von Slunj in Kroatien bilden gleichsam die Klammer der Romanhandlung

Besetzung: Robert Clayton, Industrieller: Günter Franzmeier; Harriet, seine Frau: Emese Fay; Donald, beider Sohn: Dominik Raneburger; Monica Bachler, Ingeneurin: Johanna Arrouas; Gräfin Ergoletti: Mercedes Echerer; Zdenko, Student: Tobias Reinthaller; Chwostik, Büroleiter von Clayton & Co: Gerhard Roiss; Milohnic, sein Vertrauter: Christoph Zadra; Dr. Eptinger, Rechtsanwalt: Sascha O. Weis; Finy & Feverl, zwei leichte Damen: Gabriela Benesch & Dunja Sowinetz.

Regie: Beverly Blankenship; Bühne: Peter Loidolt; Kostüme: Erika Navas; Licht: John Lloyd Davies

Theater Reichenau – Neuer Spielraum: Premiere 6. Juli 2020, 19:30 Uhr; letzte Aufführung 6. August 2020

Die Geschichte von der 1002. Nacht - VERSCHOBEN AUF 2021

Aus der Reihe Literatur in Szene; Idee, Fassung, Gestaltung: Renate Loidolt. Ort der Handlung: Wien um 1880

Joseph Roth erzählt in diesem Wiener Sittenbild um 1880 die aufregende Geschichte der jungen Mizzi Schinagl. Als Geliebte des leichtlebigen Rittmeisters, Baron Taittinger, wird das einfache Mädel zum Spielball einer unglaublichen, höfischen Geschichte.

Der Schah von Persien kommt auf Staatsbesuch nach Wien. Überdrüssig der vielen Weiber seines Harems, will er die Liebeskunst des Abendlandes kennenlernen und wünscht sich dafür eine schöne Gräfin der Wiener Gesellschaft für eine Nacht. Baron Taittinger soll „die fatale Geschichte“ einfädeln. Weil es mit der hiesigen Moral nicht vertretbar ist, diesen Wunsch zu erfüllen, führt Taittinger durch nächtliche Winkelzüge dem Schah eine schöne Doppelgängerin der Gräfin zu: die Mizzi Schinagl.

Mizzi hat inzwischen professionell im Freudenhaus der Frau Matzner die Liebe praktiziert und schenkt dem Schah eine „angenehme“ Nacht, nichts Aufregendes für den verwöhnten Herrscher, dennoch einer reichen Belohnung wert: er lässt ihr am nächsten Tag einen kostbaren Perlenschmuck überbringen.

Mizzi Schinagl ist plötzlich eine reiche Frau und muss ihr Leben neu organisieren…

Sascha Oskar Weis gibt erstmals den Erzähler und führt mit seinem Manuskript durch die verschiedenen Stationen und Personen des Romans und lässt viele Szenen durch ein freies Spiel der Schauspieler ganz lebendig werden.

Helmut Stippich wird als bewährter musikalischer Partner von Renate Loidolt die Handlung auf seinem Akkordeon passend begleiten.

Besetzung: Der Erzähler: Sascha Oskar Weis; Mizzi Schinagl: Alina Fritsch; Baron Taittinger: Dominik Raneburger; Josephine Matzner: Chris Pichler; In verschiedenen Rollen: Thomas Kamper, Philipp Stix. .Musik: Helmut Stippich.

Theater Reichenau – Neuer Spielraum: Premiere 11. Juli 2020, 11:00 Uhr; letzte Aufführung 30. Juli 2020

Sommerspielplan der Bühne Baden

Sommerarena

  • Im weißen Rössel
    ABGESAGT!

    Premiere: 19. Juni 2020
    Letzte Vorstellung: 3. 9. 2020
  • Die blaue Mazur
    Premiere: 31. Juli 2020
    Letzte Vorstellung: 5. 9. 2020

Stadttheater

  • Sunset Boulevard
    ABGESAGT!
  • Premiere: 10. Juli 2020
    Letzte Vorstellung: 30. 8. 2020

Hier gehts zu weiteren Aufführungen und,zur Kartenbestellung!

Winterspielplan der Bühne Baden

Stadttheater

  1. Ludwig van tanzt
    Premiere: 3. Okt. 2020
    Letzte Vorstellung: 11. 3. 21
  2. Anatevka - Fiddler on the Roof
    Premiere: 24. Okt. 2020
    Letzte Vorstellung: 29. 11. 20
  3. Robin Hood
    Premiere: 14. Nov. 2020
    Letzte Vorstellung: 27. 12. 20
  4. Gräfin Mariza
    Premiere: 19. Dez. 2020
    Letzte Vorstellung: 4. 2. 21
  5. Hallo, Dolly!
    Premiere: 23. Jänner 2021
    Letzte Vorstellung: 27. 3. 21
  6. La Traviata
    Premiere: 27. Feb. 2021
    Letzte Vorstellung: 26. 3. 21
  7. Der Vetter aus Dingsda
    Premiere: 24. April 2021
    Folgevorstellung: 25. & 30. 4. 21

Hier gehts zu weiteren Aufführungen und,zur Kartenbestellung!

Bühne Baden: Arm und Reich

Michael Lakner präsentierte das Spielzeitmotto 2020/2021

Landestheater Niederösterreich Spielzeit 2020/21

Mitgliederversammlung der Kulturszene Kottingbrunn 2020

Wegen Corona musste die Mitgliederversammlung abgesagt werden. Die Abstimmung über den neuen Vorstand wurde per E-.Mail durchgeführt.